Jochen, was hast du durch (deine) Kinder fürs Leben gelernt?
Jochen: „Kinder erden. Das klingt vielleicht einfach, aber für mich ist es tatsächlich eine der größten Veränderungen, die sie in mein Leben gebracht haben.
Viele Dinge, die im Alltag groß, dringend oder belastend wirken, verlieren plötzlich an Gewicht, wenn man sie durch die Augen der eigenen Kinder betrachtet. Ein voller Terminkalender, geschäftliche Herausforderungen oder kleine Ärgernisse treten in den Hintergrund, wenn man merkt, was wirklich zählt: gemeinsame Zeit, Gesundheit und ein ehrliches, vertrauensvolles Miteinander.“
Was verändert sich dadurch im Alltag?
Jochen: „Ich hinterfrage meine Perspektive häufiger. Kinder leben im Moment. Sie freuen sich über Kleinigkeiten, sind neugierig, direkt und unverstellt. Diese Haltung erinnert mich immer wieder daran, bewusster zu leben und nicht alles komplizierter zu machen, als es ist.
Es geht nicht darum, jede Situation perfekt zu organisieren oder alles kontrollieren zu wollen. Viel wichtiger ist es, präsent zu sein und die besonderen Momente wahrzunehmen — auch die kleinen, die im Alltag manchmal untergehen.“
Gibt es eine Erkenntnis, die besonders geblieben ist?
Jochen: „Ja: Wir Erwachsenen neigen oft dazu, Dinge zu überbewerten. Wir machen Probleme größer, als sie sind, oder verlieren uns in Gedanken. Kinder helfen dabei, den Fokus neu zu setzen.
Was ist wirklich relevant? Was bleibt in einem Jahr noch wichtig? Und worüber kann man vielleicht auch einfach einmal hinwegsehen?“
Was nimmst du daraus als Vater und als Geschäftsführer mit?
Jochen: „Dass das Leben nicht nur aus To-do-Listen, Zielen und Verpflichtungen besteht. Es besteht vor allem aus Beziehungen, Erlebnissen und den kleinen Momenten dazwischen.
Diese Erkenntnis verändert nicht nur den Familienalltag, sondern auch die eigene Haltung zum Leben insgesamt. Und dafür bin ich meinen Kindern sehr dankbar.“
Zum Vatertag 2026 nehmen wir diesen Gedanken mit: Kinder lernen viel von uns Erwachsenen, aber sie schenken uns ebenso wertvolle Lektionen zurück. Sie erinnern uns daran, den Blick zu heben, den Moment wahrzunehmen und das Wesentliche nicht aus den Augen zu verlieren.
Vielleicht ist das eine der schönsten Seiten des Vaterseins: nicht nur Begleiter zu sein, sondern selbst immer wieder neu zu lernen.
Und was haben Sie zuletzt von einem Kind fürs Leben gelernt?