Was ist Lärm und wann wird er zum Problem?
Geräusche entstehen durch Druckschwankungen in der Luft, die über das Ohr als Schall wahrgenommen werden. Wird dieser Schall als störend, unangenehm oder belastend empfunden, spricht man von Lärm. Dabei ist wichtig: Lärm ist nicht immer nur extrem laut. Auch vermeintlich leise Geräusche – etwa ein ständig tropfender Wasserhahn, das Summen von Geräten oder Gespräche im Hintergrund – können auf Dauer zur Belastung werden. In Arbeitsumgebungen können Lärmbelastungen je nach Branche und Arbeitsplatz sehr unterschiedlich aussehen. Höchstwahrscheinlich haben Sie selbst bereits einige davon erlebt, zum Beispiel:
- Maschinen und Anlagen in der Produktion
- Werkzeuge im Baugewerbe
- Fördertechnik und Fahrzeuge in der Logistik
- Gespräche, Telefonate oder Tastaturgeräusche im Büro
Ob Lärm zur Gefahr wird, hängt vor allem von Lautstärke, Dauer und Häufigkeit der Einwirkung ab.
Welche Auswirkungen hat Lärm auf Gesundheit und Sicherheit?
Die meisten Menschen denken bei Lärm zuerst an Hörschäden. Tatsächlich kann dauerhafte Lärmbelastung das Gehör erheblich schädigen, im schlimmsten Fall bis hin zur irreversiblen Schwerhörigkeit oder zum Tinnitus. Auswirkungen können allerdings noch weit darüber hinaus gehen. Dauerhafte Geräuschbelastung kann die Konzentration beeinträchtigen, die Kommunikation erschweren und zu einer höheren Fehlerquote führen. Gleichzeitig kann sie Stress und psychische Belastungen verursachen, wodurch die Leistungsfähigkeit sinkt. Besonders in sicherheitskritischen Arbeitsbereichen steigt dadurch auch das Risiko für Missverständnisse und im schlimmsten Fall Arbeitsunfälle.
Gesetzliche Grenzwerte: Was Unternehmen beachten müssen
Der Umgang mit Lärm ist in Deutschland klar geregelt. Grundlage ist unter anderem die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (LärmVibrationsArbSchV), die Unternehmen verpflichtet, Lärmbelastungen nach Möglichkeit zu verringern, sie im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung zu beurteilen und geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Dabei gelten folgende Auslöse- und Grenzwerte für die tägliche Lärmbelastung:
- 80 dB(A) – unterer Auslösewert
Arbeitgeber müssen Gehörschutz bereitstellen und Beschäftigte informieren - 85 dB(A) – oberer Auslösewert
Gehörschutz muss getragen werden, zusätzliche Schutzmaßnahmen sind erforderlich
Um Lärm am Arbeitsplatz wirksam zu reduzieren, sollten Schutzmaßnahmen nach dem TOP-Prinzip umgesetzt werden: zuerst technische Lösungen, dann organisatorische Maßnahmen und zuletzt persönlicher Schutz. Besonders effektiv ist es, Lärm direkt an der Quelle zu reduzieren, etwa durch leisere Maschinen, Schalldämmung oder räumliche Trennung lauter Bereiche. Reicht das nicht aus, können organisatorische Maßnahmen und persönlicher Gehörschutz wie Stöpsel oder Kapselgehörschützer die Mitarbeitenden zusätzlich schützen.
Lärm im Büro – ein unterschätztes Problem?
Nicht nur Industriearbeitsplätze sind betroffen. Auch in Großraumbüros kann eine hohe Geräuschkulisse die Produktivität und Konzentration deutlich beeinträchtigen. Typische Lärmquellen sind hier beispielsweise Gespräche und Telefonate, Tastatur- und Druckergeräusche oder Hintergrundgeräusche durch Geräte. Unternehmen können dem beispielsweise durch kleinere Büroeinheiten mit weniger Personen pro Raum entgegenwirken, wodurch sich die Geräuschkulisse oft bereits deutlich reduziert. Ansonsten können Hilfsmittel wie eine Lärmampel eingesetzt werden, die die Lautstärke im Raum misst und visuell signalisiert, wenn ein bestimmter Geräuschpegel überschritten wird. So werden Mitarbeitende für die Lautstärke im Büro sensibilisiert.
Lärmschutz systematisch managen
Lärmschutz ist ein kontinuierlicher Prozess im Arbeitsschutz. Dazu gehören unter anderem:
- regelmäßige Lärmmessungen
- Dokumentation im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung
- Planung und Nachverfolgung von Schutzmaßnahmen
- Unterweisungen der Beschäftigten
- Überprüfung der Wirksamkeit von Maßnahmen
Gerade in größeren Organisationen kann hier ein digitales HSE-Management helfen, diese Prozesse strukturiert zu steuern und alle relevanten Informationen zentral zu dokumentieren. Mit einer HSE-Management Software wie eplas lassen sich beispielsweise Gefährdungsbeurteilungen, Maßnahmen, Audits und Unterweisungen zentral verwalten und übersichtlich nachverfolgen. Führungskräfte behalten über Dashboards und automatisierte Erinnerungen jederzeit den Überblick über Fristen, Aufgaben und den aktuellen Status von Arbeitsschutzmaßnahmen und erfüllen gleichzeitig gesetzliche Anforderungen effizient und transparent.
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