Wegeunfall: Was zählt dazu und wann besteht Versicherungsschutz?
Rund um das Thema Wegeunfall entstehen immer wieder ähnliche Fragen: Was gilt als Wegeunfall? Ist ein Umweg versichert? Wer muss einen Wegeunfall melden? Und welche Pflichten hat der Arbeitgeber? Grundsätzlich ist ein Wegeunfall ein Unfall auf dem unmittelbaren Weg zur oder von der Arbeit beziehungsweise Ausbildungsstätte.
Dabei muss der versicherte Weg nicht zwingend die kürzeste Strecke sein, denn auch ein verkehrsgünstigerer Weg kann versichert sein. Bestimmte Abweichungen sind ebenfalls eingeschlossen, beispielsweise notwendige Wege zur Kinderbetreuung, Fahrgemeinschaften oder Verkehrsumleitungen. Private Umwege, etwa für einen Einkauf oder einen Besuch, fallen dagegen grundsätzlich nicht unter den Versicherungsschutz. Führt ein Arbeits- oder Wegeunfall zu einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Kalendertagen oder zum Tod einer versicherten Person, muss das Unternehmen eine Unfallanzeige an die zuständige Berufsgenossenschaft beziehungsweise Unfallkasse übermitteln. Welche Anforderungen dabei zu beachten sind und wie Unternehmen ihrer Meldepflicht nach § 193 SGB VII sicher nachkommen können, haben wir in unserem Beitrag „Arbeitsunfall passiert – was tun?“ ausführlicher zusammengefasst.
Damit ist die formale Seite geklärt. Für Unternehmen stellt sich jedoch noch eine weitere Frage: Was lässt sich tun, bevor der nächste Wegeunfall passiert?
Verkehrssicherheit ist auch ein Thema für Unternehmen
Der Weg zur Arbeit ist von vielen Faktoren geprägt, die ein Arbeitgeber nicht unmittelbar steuern kann. Witterung und Verkehrssituation gehören ebenso dazu wie das individuelle Verhalten der Beschäftigten. Trotzdem können Unternehmen Rahmenbedingungen schaffen, die sich positiv auf die Verkehrssicherheit auswirken. Dabei geht es weniger um zusätzliche Regeln als um Aufmerksamkeit für Risiken. Relevante Themen sind beispielsweise Ablenkung im Straßenverkehr, Müdigkeit und Zeitdruck, Sichtbarkeit bei Dunkelheit, Glätte sowie die sichere Nutzung von Fahrrädern und E-Bikes. Auch die DGUV weist Ablenkung und Übermüdung als wichtige Themen der betrieblichen Verkehrssicherheitsarbeit aus.
Praktische Ansätze können kurze saisonale Informationen, Unterweisungen zur Verkehrssicherheit, Fahrrad- oder E-Bike-Aktionen und Angebote im Rahmen des betrieblichen Mobilitätsmanagements sein. Entscheidend ist dabei, dass Verkehrssicherheit regelmäßig mitgedacht wird.
Gerade bei Unterweisungen bietet sich ein systematischer Ansatz an: Inhalte können passend zu Jahreszeit, Tätigkeit oder identifizierten Risiken ausgewählt, bestimmten Beschäftigtengruppen zugewiesen und ihre Durchführung nachvollziehbar dokumentiert werden. Mit dem Schulungs- und Unterweisungsmanagement von eplas lassen sich solche Prozesse zentral organisieren. Passende E-Learning-Inhalte, unter anderem zu Wegeunfällen und zur Sicherheit im Straßenverkehr, finden sich bereits in unserem Pool an Unterweisungs-Themen und können dabei direkt in die betriebliche Präventionsarbeit eingebunden werden.
Aus Wegeunfällen lernen, statt sie nur zu dokumentieren
Besonders wertvoll wird Unfallmanagement, wenn die Betrachtung nicht mit der Unfallanzeige endet. Treten beispielsweise innerhalb eines bestimmten Zeitraums mehrere Fahrrad- oder E-Bike-Unfälle auf, lohnt sich der Blick auf mögliche Gemeinsamkeiten: Spielten Dunkelheit oder Witterungsverhältnisse eine Rolle? Gibt es bestimmte Standorte, Schichtzeiten oder Beschäftigtengruppen, bei denen sich Auffälligkeiten zeigen? Welche Maßnahmen wurden bereits ergriffen? Waren sie wirksam?
Erfassen Sie Vorfälle strukturiert und werten Sie sie aus, schaffen Sie damit eine bessere Grundlage für Entscheidungen. Aus einzelnen Unfallmeldungen können konkrete Präventionsmaßnahmen entstehen: eine gezielte Unterweisung, eine saisonale Sicherheitsaktion oder organisatorische Veränderungen.
Digitale HSE-Systeme unterstützen diesen Prozess maßgebend. Mit unserer HSE-Management Software eplas lassen sich beispielsweise Vorfälle und Unfälle strukturiert erfassen, Ursachen analysieren, Maßnahmen ableiten und deren Umsetzung verfolgen. Das Vorfall- und Unfallmanagement kann dabei mit weiteren Bereichen wie dem Maßnahmenmanagement oder dem Schulungs- und Unterweisungsmanagement zusammenspielen. Für die Prävention stehen zudem passende Inhalte zur Verkehrssicherheit zur Verfügung – darunter Unterweisungsthemen speziell zu Wegeunfällen und zur Sicherheit im Straßenverkehr.
Sicherheit auf dem Arbeitsweg systematisch mitdenken
Leider lässt sich nicht jeder Wegeunfall verhindern. Die aktuellen Zahlen zeigen jedoch, dass es sich lohnt, den Arbeitsweg in die betriebliche Sicherheitskultur einzubeziehen. Für Unternehmen geht es vor allem darum, vorhandene Möglichkeiten sinnvoll zu nutzen: Beschäftigte für Risiken sensibilisieren, relevante Themen regelmäßig aufgreifen und geschehene Unfälle so auswerten, dass daraus verwertbare Erkenntnisse entstehen.
Sie möchten Ihr Unfallmanagement, Präventionsmaßnahmen und Unterweisungen künftig noch besser miteinander verzahnen? Erfahren Sie mehr darüber, wie eplas Unternehmen bei der digitalen Organisation von HSE-Prozessen unterstützt oder fordern Sie direkt eine unverbindliche Demo an und lernen Sie die Software im Einsatz kennen.