Warum Azubis ein erhöhtes Unfallrisiko haben
Gerade zu Beginn der Ausbildung ist das Unfallrisiko erhöht. Auszubildende bringen Neugier, Motivation und Lernbereitschaft mit. Sie kennen betriebliche Abläufe und Verkehrswege noch nicht, sind mit Maschinen, Werkzeugen oder Arbeitsstoffen weniger vertraut und können mögliche Gefahren deshalb häufig noch nicht so sicher einschätzen wie langjährige Beschäftigte. Das zeigen auch die Zahlen: Im Jahr 2024 wurden in Deutschland knapp 25.900 meldepflichtige Arbeitsunfälle von Auszubildenden durch die DGUV registriert. Mehr als 86 Prozent der Betroffenen waren jünger als 25 Jahre. Hinzu kommt, dass sich die Anforderungen während der Ausbildung regelmäßig verändern. Mit jedem Wechsel in eine andere Abteilung oder an einen neuen Arbeitsplatz entstehen möglicherweise neue Gefährdungen.
Umso wichtiger ist es, dass notwendige Unterweisungen vor der Aufnahme einer Tätigkeit stattfinden. Dennoch kommt es im Arbeitsalltag immer wieder vor, dass Auszubildende bereits erste Aufgaben übernehmen, während die passende Sicherheitsunterweisung zum Beispiel erst für einen späteren Sammeltermin vorgesehen ist.
Erstunterweisung für Auszubildende: erst informieren, dann einsetzen
Die grundlegende Regel ist eindeutig: Beschäftigte müssen vor Aufnahme ihrer Tätigkeit ausreichend und verständlich über die mit ihrer Arbeit verbundenen Gefährdungen und die erforderlichen Schutzmaßnahmen unterwiesen werden. Die Unterweisung muss zur konkreten Tätigkeit passen und beispielsweise folgende Fragen beantworten:
- Welche Gefahren bestehen am Arbeitsplatz?
- Welche Schutzmaßnahmen sind einzuhalten?
- Welche persönliche Schutzausrüstung wird benötigt?
- Wie ist bei Störungen, Verletzungen oder Notfällen zu handeln?
- An wen können sich Auszubildende bei Fragen wenden?
Eine weitere Unterweisung wird erforderlich, wenn sich Aufgaben, Arbeitsbedingungen, Arbeitsmittel oder eingesetzte Technologien verändern. Auch der erstmalige Einsatz an einer Maschine oder der Umgang mit einem neuen Gefahrstoff kann eine zusätzliche tätigkeitsbezogene Sicherheitsunterweisung notwendig machen.
Sicherheitslücken zum Ausbildungsstart vermeiden
Klare Onboarding-Workflows helfen dabei, Lücken im Arbeitsschutz zu vermeiden. Mit unserer HSE-Management Software eplas können erforderliche Unterweisungen abhängig von Tätigkeit, Einsatzbereich oder Beschäftigtengruppe frühzeitig zugewiesen werden. Dabei sind keine gemeinsamen Sammeltermine erforderlich: Die Auszubildenden können die für sie relevanten Unterweisungen individuell und zeitlich passend absolvieren. Integrierte Verständnisprüfungen helfen zusätzlich dabei, die vermittelten Inhalte zu überprüfen und nachvollziehbar zu dokumentieren. Fristen und Bearbeitungsstände bleiben transparent, während automatische Erinnerungen die verantwortlichen Personen bei der Koordination unterstützen. So erhalten Auszubildende die relevanten Informationen möglichst vor ihrem ersten Einsatz und Arbeitsschutz wird von Beginn an fest in die Ausbildung integriert. Ausbildende, Führungskräfte und erfahrene Beschäftigte leisten dazu einen wichtigen Beitrag, indem sie sich selbst konsequent an Schutzmaßnahmen halten und sich im Arbeitsalltag als glaubwürdige Vorbilder zeigen.
Unterweisungsfristen bei Auszubildenden zuverlässig einhalten
Arbeitsschutzunterweisungen müssen regelmäßig wiederholt werden. Für volljährige Beschäftigte gilt grundsätzlich ein mindestens jährlicher Rhythmus. Minderjährige Auszubildende müssen in angemessenen Abständen, mindestens jedoch halbjährlich, unterwiesen werden. Für Unternehmen entsteht daraus eine anspruchsvolle organisatorische Aufgabe: Fristen unterscheiden sich je nach Alter, Tätigkeit, Arbeitsplatz und Gefährdung. Gleichzeitig müssen Berufsschulzeiten, Urlaub, Krankheit oder wechselnde Einsatzorte berücksichtigt werden. Je mehr Auszubildende, Abteilungen und Standorte beteiligt sind, desto schwieriger wird es, alle Termine manuell im Blick zu behalten. Digitale Erinnerungs- und Eskalationsfunktionen in eplas weisen Verantwortliche und Teilnehmende frühzeitig auf anstehende Unterweisungen hin. Dadurch lassen sich Fristen besser planen und unnötige Lücken vermeiden.
Arbeitsschutz fest in das Onboarding integrieren
Nicht jedes Thema muss in einer einzigen, mehrstündigen Veranstaltung behandelt werden. Häufig ist eine Kombination verschiedener Formate besonders wirkungsvoll: Grundlagen werden digital vermittelt, bei einem Betriebsrundgang veranschaulicht und anschließend am konkreten Arbeitsplatz persönlich erklärt und praktisch eingeübt. Mit eplas lassen sich solche Onboarding- und Unterweisungsprozesse strukturiert abbilden. Über Profile und vordefinierte Zuweisungsregeln können passende Inhalte abhängig von Tätigkeit, Rolle oder Beschäftigtengruppe bereitgestellt werden. Präsenztermine und elektronische Lerninhalte lassen sich dabei ebenso einbinden wie eigene Unterlagen.
Gleichzeitig führt das digitale Schulungs- und Unterweisungsmanagement Informationen zusammen, die sonst häufig in unterschiedlichen Listen, Kalendern, E-Mails oder Ablagen verteilt sind. So bleibt transparent, wer welche Inhalte erhalten und erfolgreich abgeschlossen hat. Bearbeitungsstände, Fristen und Nachweise sind zentral verfügbar und jederzeit nachvollziehbar. Die Technik schafft einen verlässlichen organisatorischen Rahmen, damit die richtigen Inhalte zur richtigen Zeit bei den richtigen Personen ankommen. Zudem legt sie die Grundlage für weiterführende persönliche Gespräche und die praktische Einweisung am Arbeitsplatz.
Sie möchten Ihre Onboarding-, Unterweisungs- und Qualifikationsprozesse für Auszubildende transparenter und verlässlicher gestalten? Fordern Sie jetzt eine Demo-Version von eplas an und lernen Sie die Möglichkeiten für einen sicheren Ausbildungsstart direkt in der Praxis kennen.