OKR im Unternehmen verankern – im Gespräch mit Kimberly über ihre Tätigkeit als OKR-Coach und die dazugehörige Ausbildung

In einem unserer letzten Beiträge haben wir beschrieben, warum wir uns für die Arbeit mit OKR entschieden haben: um mehr Fokus, Klarheit in den Prioritäten und Eigenverantwortung in der Zusammenarbeit zu schaffen. Dort haben wir auch berichtet, dass wir nach den ersten beiden extern begleiteten Zyklen begonnen haben, durch die Ausbildung von Thomas und Kimberly zu internen OKR-Coaches durch HelloAgile eigenes OKR-Know-how im Unternehmen aufzubauen.

Nun sprechen wir mit Kimberly darüber, was sie an der Ausbildung gereizt hat, welche Eindrücke sie aus dem Training mitgenommen hat und worauf es aus ihrer Sicht ankommt, damit OKR im Unternehmen wirklich Wirkung entfalten kann.

Kimberly, was hat dich persönlich dazu motiviert, diese Ausbildung zu machen?

Die Idee kam im Rahmen meines Weiterbildungsstipendiums auf. Für mich war vor allem spannend, im Unternehmen eine etwas andere Rolle einzunehmen als bisher und gleichzeitig mit einer neuen Methode dazu beizutragen, Dinge weiterzuentwickeln. Die Verbindung aus persönlicher Weiterentwicklung und echtem Nutzen für das Unternehmen hat mich gereizt. An der Methode selbst begeistert mich, dass Problemlösung neu gedacht wird: kreativ und gleichzeitig strukturiert. OKR schafft einen Rahmen, in dem Menschen gemeinsam an Lösungen arbeiten können.

 

Welche Erwartungen hattest du vor dem Training? Haben sie sich erfüllt?

Ich hatte gehofft, komplett neue Impulse und Denkansätze mitzunehmen, um Baustellen anzugehen, die nicht nur betriebliche Themen betreffen, sondern auch mich persönlich bereichern – und so ist es auch gekommen. Schon nach dem ersten Schulungstag habe ich gemerkt, dass mein Kopf angefangen hat, mit der Methode zu arbeiten und die neuen Gedanken weiterzudenken. Das Training hat also nicht nur fachlich etwas angestoßen, sondern auch für mich persönlich.

 

Gab es einen konkreten Anlass oder eine Herausforderung im Unternehmen, die dich dazu bewegt hat?

Nach der Abschlussprüfung meiner Ausbildung wurde ich von der IHK zu einem Weiterbildungsstipendium ausgewählt, wodurch wir auf diese Weiterbildung gekommen sind. Gleichzeitig war die Situation im Unternehmen ein wichtiger Faktor: OKR lief bei uns bereits, allerdings noch mit externer Begleitung durch HelloAgile. Unser Ziel war es, die Methode künftig aus eigener Kraft weiterzuführen. Dazu kam, dass es im Unternehmen einige Themen gab und gibt, die wir gezielt angehen wollen. OKR ist dafür aus meiner Sicht sehr gut geeignet und hat bereits gezeigt, dass es Wirkung entfalten kann.

 

Wie würdest du die drei Tage der Ausbildung in wenigen Worten beschreiben?

Intensiv, inspirierend, kreativ und gleichzeitig angenehm locker. Es war sehr viel Input in kurzer Zeit, aber genau das hat die Ausbildung so spannend gemacht. Vor allem hat sie nachhaltig zum Nachdenken angeregt.

 

Was war dein größtes Aha-Erlebnis während des Trainings?

Ein besonders prägender Moment war für mich die Arbeit an Objectives und den dazugehörigen Key Results. Dabei sind Ideen entstanden, auf die ich allein niemals gekommen wäre. Da wurde mir klar, worum es bei OKR im Kern geht: wirklich alle Perspektiven einzubeziehen. Wenn jede Idee gehört wird, entstehen oft die stärksten und überraschendsten Lösungen.

 

Gab es etwas, das dich überrascht hat oder anders war als erwartet?

Ja, ich war mit Abstand die Jüngste in der Schulung und hatte auch am wenigsten Berufserfahrung. Viele andere Teilnehmende waren Führungskräfte, aus der Geschäftsführung oder anderen Rollen mit viel Verantwortung. Trotzdem hat man das in der Zusammenarbeit überhaupt nicht gespürt. Da hat sich der verbindende Charakter von OKR wieder gezeigt – dass jede Person mitdenken und mitwirken kann.

 

Welche Fähigkeiten hast du konkret als OKR-Coach gelernt?

Zunächst einmal die Grundlagen: was OKR eigentlich ist, worauf die Methode aufbaut und wie man sie praktisch anwendet. Darüber hinaus haben wir einige hilfreiche Methoden und Werkzeuge kennengelernt. Die eigentliche Coaching-Kompetenz wird sich für mich jetzt vor allem in der Praxis weiterentwickeln. Darauf freue ich mich schon sehr.

 

Was ist aus deiner Sicht das Wichtigste, das man über OKR verstehen muss?

Dass es nicht nur um ein Ziel geht, sondern vor allem auch darum, mehrere unterschiedliche Wege zu denken, um dorthin zu kommen. Kreativität ist dabei ein entscheidender Faktor. OKR funktioniert dann besonders gut, wenn man offen dafür ist, neue Lösungsansätze zuzulassen.

 

Wo siehst du die größten Vorteile von OKR für Unternehmen?

OKR schafft eine klare Struktur und lässt gleichzeitig Raum für eigene Gestaltung. Es gibt Verbindlichkeit durch feste Zyklen, Fortschrittsüberprüfungen und klare Prioritäten. So können Themen, die sonst lange liegen bleiben, gezielt und in vergleichsweise kurzer Zeit bearbeitet werden. Für Unternehmen ist das enorm wertvoll, weil Fortschritt sichtbarer und Zusammenarbeit verbindlicher wird. OKR lebt von der Beteiligung aller, das ist das Schöne daran. Menschen erleben, dass ihre Perspektive zählt. Das verbessert die Zusammenarbeit und stärkt die Zufriedenheit im Unternehmen.

 

Wie willst du das Gelernte jetzt bei uns im Unternehmen einsetzen und welche Rolle übernimmst du konkret?

Thomas und ich finden uns gerade noch in unsere genaue Rollenverteilung ein und probieren aus, wie wir unsere Aufgaben am besten aufteilen. Klar ist aber schon jetzt: Wir übernehmen künftig die Organisation rund um OKR, also auch die dazugehörigen Meetings und Workshops. Außerdem unterstützen wir bei der Formulierung von Objectives und Key Results und begleiten deren Umsetzung. Mir persönlich ist besonders wichtig, die kreative Seite der Methode lebendig zu halten und gemeinsam mit Thomas eine positive, lockere Haltung gegenüber OKR zu fördern.

 

Wo siehst du Herausforderungen bei der weiteren Einführung?

Die Herausforderung ist, dass OKR Zeit und Aufmerksamkeit braucht. Alle Beteiligten müssen verstehen, dass echte Veränderung nicht nebenbei entsteht. Ich habe das Gefühl, dass wir während unserer letzten beiden Zyklen bereits ein gutes Verständnis dafür aufgebaut haben. Wichtig ist außerdem, dass alle ein gemeinsames Verständnis vom Ziel entwickeln und offen, transparent und ehrlich miteinander arbeiten. Auch das klappt schon gut, indem wir viel Raum für Gespräche und Austausch geben.

 

Was wünschst du dir weiterhin von Kolleginnen und Kollegen, damit OKR bei uns gut funktionieren kann?

Vor allem Offenheit für Neues, eine positive Grundhaltung, Ehrlichkeit und Transparenz. Und den Willen, der Sache wirklich eine ernsthafte Chance zu geben. Mitwirken ist dabei aus meiner Sicht entscheidender als vorschnelle Kritik. OKR lebt davon, dass Menschen sich einbringen.

 

Wenn wir in einem Jahr noch einmal sprechen: Woran würden wir erkennen, dass OKR bei uns erfolgreich ist?

Daran, dass wir konkrete Themen tatsächlich gelöst oder spürbar vorangebracht haben. Und vor allem daran, dass Mitarbeitende auch außerhalb der OKR-Runden merken, dass sich etwas verbessert hat – dass Veränderungen im Alltag ankommen, sichtbar werden und Wirkung zeigen.

 

Kimberlys Antworten zeigen sehr deutlich, worauf es bei OKR in der Praxis ankommt: auf Klarheit, Beteiligung und die Bereitschaft, neue Wege wirklich auszuprobieren. Darin liegt auch für uns der Wert der Methode. Nachdem wir im ersten Schritt die Grundlagen für unsere OKR-Arbeit geschaffen haben, geht es nun darum, das Gelernte intern weiterzutragen und dauerhaft in unserem Arbeitsalltag zu verankern. Dass wir mit Kimberly und Thomas zwei interne OKR-Coaches aufgebaut haben, ist dafür ein wichtiger nächster Schritt und wir freuen uns auf alles, was noch kommt.

Wie erleben Sie in Ihrem Arbeitsalltag Fokus, Klarheit und Eigenverantwortung? Welche Rolle könnte OKR dabei bei Ihnen spielen?



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