Ein vertrautes Umfeld, neu entdeckt
Ganz neu war die Lebenshilfe für unsere Mitarbeiterin Annabelle Stöcklein nicht: Sie hat dort in der Vergangenheit bereits ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert. Die Reha-Werkstatt in Haiger war für sie trotzdem eine ganz neue Erfahrung. „Ich bin ganz offen hereingegangen, einfach neugierig auf das, was mich erwartet“, erzählt sie rückblickend. Gleich zu Beginn fiel ihr auf, wie herzlich sie empfangen wurde: Die Beschäftigten nahmen sie nach kurzer, anfänglicher Nervosität sofort in ihre Gruppe auf, schlossen sie in Gespräche ein und begegneten ihr mit echtem Interesse und Vertrauen.
Annabelle verbrachte ihren Tag im Hofladen der Werkstatt, wo handgefertigte Produkte entstehen. Das Sortiment reicht vom Notizbuch bis zum Dekoartikel. Besonders beeindruckt war sie von der Vielfalt an Produkten und Aufgaben, an denen die Beschäftigten arbeiten können. „Die große Auswahl an unterschiedlichen Tätigkeiten bietet Raum für Kreativität und individuelles Arbeiten“, erzählt Annabelle. „Ich nehme im Gespräch mit Freunden und Familie oft wahr, wie sehr wir heutzutage von Tempo und Leistungsdruck geprägt sind. Da ist das ein wertvoller Gedanke. Dort herrscht eine Entschleunigung, die unglaublich wohltuend ist.“
Lernen in beide Richtungen
Am zweiten Tag stand der Rollenwechsel an: Elisa Fingerhut, Beschäftigte der Reha-Werkstatt, besuchte uns bei der Jochen Blöcher GmbH. Sie erhielt Einblicke in verschiedene Bereiche: das Packen von Werbemitteln für eine anstehende Messe, die Textarbeit im Newslettertool und die Gestaltung eines Flyers für den Hofladen der Lebenshilfe. An den Arbeitstag, geprägt von offenem Austausch, gegenseitiger Unterstützung und vielen neuen Ideen, erinnert Annabelle sich gerne zurück: „Wir haben schnell gemerkt, wie leicht sich unsere Arbeitsweisen verbinden lassen. Elisa brachte viele kreative Impulse mit.“
Die Begegnung war für alle Beteiligten inspirierend. Was Annabelle besonders beeindruckte: die Hilfsbereitschaft und Ruhe, mit der in der Werkstatt gearbeitet wird. „Die Beschäftigten unterstützen sich gegenseitig, wo sie können, und lassen sich nicht unter Druck setzen. Dieser respektvolle Umgang miteinander ist etwas, wovon die Welt sich sicherlich eine Scheibe abschneiden kann.