„Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft“ – oder wie Rockefeller Jr. sagte: „Betrachte das Geben nicht als eine Pflicht, sondern als ein Privileg.“

Es war einmal vor knapp drei Jahren, da saß ich mal wieder lange in meinem Auto und obwohl ich sonst beim Autofahren gut abschalten kann, gelang es mir an jenem Tag so gar nicht. Völlig gestresst stand ich im Stau und fragte mich, was es für Möglichkeiten gibt, zur Ruhe zu kommen. Klar, ich mache viel Sport und die Zeit mit meiner Familie erdet mich – auch wenn die Kinder allmählich älter werden, die Interessen immer stärker auseinanderdriften und meine Frau und ich überwiegend als Taxi gebraucht werden. Und in diesem Moment erinnerte ich mich an einen Bericht, den ich mal gelesen hatte… 

Alpakas: Die Delfine der des Landes

Delfine sind dafür bekannt, dass sie auf den Menschen eine sehr beruhigende Wirkung haben. Nicht umsonst werden sie bei Heilverfahren eingesetzt. Schwimmen mit Delfinen ist sicher etwas ganz Tolles und ich würde das irgendwann wirklich gerne mal machen. In oben genanntem Artikel ging es um die Delfine des Landes: Alpakas. Sie sind in ihrer Art etwas Besonderes und nicht verbreitet. Als Herden- und Fluchttiere haben sie ein sehr ausgeprägtes Verhalten, um die Ihren zu schützen. Und nicht zuletzt sehen sie total lustig aus. Diese Mischung scheint auf Menschen eine sehr beruhigende Wirkung zu haben. Nicht umsonst sprießen Führungskräfte-Workshops mit Alpakas wie Pilze aus dem Boden. In deren Rahmen lernt die Führungskraft zu akzeptieren, dass es nicht immer nach der eigenen Pfeife und mit Gewalt geht, sondern dass man sich manchmal auch auf äußere Umstände und andere Dickköpfe einlassen muss. Was kann es also Besseres für Familie und Kinder geben, als Verantwortung für eben diese besonderen Lebewesen zu übernehmen? 
 

Ein Gedanke reifte in mir

Gedacht, getan. Ich fuhr auf den nächsten Parkplatz und googelte, wo man Alpakas kaufen kann. Und wie es der Zufall so wollte, lag einer der kompetentesten Züchter auf dem Weg nach Hause. So nahm ich den Hörer in die Hand und fragte ihn, wie spontan ich vorbeikommen könne. Er war sehr spontan, also fuhr ich direkt zu ihm, schaute mir die goldigen Tierchen an und begann, mich ausgiebig mit dem Thema zu beschäftigen.

Ich gebe zu, dass ich einen Moment gebraucht habe, bis ich so weit war, meiner Frau zu beichten, dass ich das eine coole Idee fände, uns Alpakas anzuschaffen. Und selbstverständlich ging ich bestens vorbereitet in das Gespräch. Zumindest auf die ersten 15 Fragen, die ich erwartete, hatte ich bereits eine grobe Antwort. Und dann kam alles anders als erwartet: Wir fuhren tatsächlich in den nächsten Ferien bei dem Züchter vorbei. 
Meine Familie verliebte sich sofort in die possierlichen Wesen und so wurden Nägel mit Köpfen gemacht. 


Wir sind glücklich ob der großen Bereicherung durch unsere possierlichen Tierchen

In großer Vorfreude auf den Familienzuwachs ging es direkt an die Planung und Umsetzung. Auf der Suche nach geeigneten Grundstücken am Dorfrand wurden die Nachbarn befragt, eine Weide ausgewählt, ein Stall gebaut, Zäune beschafft, das erste Futter besorgt, für die Entsorgung der Hinterlassenschaften gesorgt. 
Und dann war es so weit: Im Januar kam ein Transporter mit drei Alpakas, zwei von ihnen trächtige Weibchen, die im Laufe des nächsten halben Jahres jeweils ein supersüßes Alpakababy zur Welt brachten. Nun haben wir 5 der tollen Tiere, die bei Familie, Mitarbeitenden, Freunden, Bekannten, Kunden und Partnern ausgesprochen beliebt sind. Wer möchte, kann im Rahmen eines Spaziergangs das Zertifikat einer „Führungsperson“ erlangen. 
Was mich besonders freut: Auch die Kollegen ziehen mit. Das fing schon an der Teilnahme für den Grundkurs in Alpakahaltung an, an welchem drei meiner Mitarbeiterinnen dabei waren. Auch beim Misten und Füttern unterstützen die Kollegen immer mal wieder gerne. Und wenn ich im Sommer meine Mittagspause in der Sonne bei der Weide genieße, fährt der eine oder andere gerne mit und erfreut sich an der Ruhe der Natur.